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Mobile Marketing ist unter Werbern der Begriff der Stunde. Wir zeigen drei Beispiele, wie auch Gastronomen die Möglichkeiten moderner Smartphones zur Kundenbindung einsetzen können.

01.10.2015
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"Gastronomen sollten sich auf das Konzentrieren, was sie verkaufen, nämlich das Essen."

Lukas Zielinski, CEO Delinski

Seien Sie ehrlich: Wer ein Smartphone besitzt, legt es selten außer Griffweite ab. Mails abrufen, SMS schreiben oder sich den Weg anzeigen lassen: Das alles funktioniert heute fast überall mobil übers Internet. Dieses Nutzerverhalten bestätigt auch eine Studie der Marketingfirma marketo. 79 % aller Smartphone-User haben das Handy 24 Stunden am Tag bei sich oder zumindest in unmittelbarer Nähe. Auch dann, wenn sie Hunger haben oder in einer unbekannten Ecke der Stadt mit einem Freund eine Bar suchen. Wie wichtig Mobile Marketing für Gastronomen ist, liegt also auf – oder besser: in der Hand. Für die neue Marketingstrategie werden Mobilgeräte mit Internetanschluss genutzt, um potenzielle Kunden möglichst direkt und situationsbezogen anzusprechen. Was ist z. B. besser, als Menschen, die sich gerade in der Umgebung aufhalten, am späten Vormittag die Benachrichtigung zum aktuellen Mittagstisch direkt auf ihr Smartphone zu schicken?

 

Doch ein erster Schritt in Richtung digi tale Zukunft sollte schon davor passiert sein: Nur wer seine eigene Webseite so optimiert hat, dass sie auch auf allen gängigen Smartphones angezeigt werden kann, ist bereit für Mobile Marketing. Wirklich relevante Informationen wie Speisekarte und Telefonnummer sollten möglichst schnell gefunden werden, alles andere braucht eine möglichst schlanke und klare Struktur. Für Gastronomen, die es mit der mobilen Ansprache ihrer Gäste danach wirklich ernst meinen, gibt es mittlerweile eine wachsende Zahl an Angeboten kleiner Start-ups, die spezielle Gastro-Apps programmieren. Wir haben uns drei Beispiele angesehen.

 

SMORDER: Smart bestellen  

 

Die App Smorder ist ein Paradebeispiel für Mobile Marketing. Die beiden Linzer Entwickler Michael Weberschläger und Andreas Rohregger haben sich überlegt, wie Gäste in Lokalen effizienter an Getränke und Speisen kommen. Das Resultat ist ein Programm, das man sich im AppStore kostenlos herunterladen kann, um damit nicht nur vom Smartphone aus Tische zu bestellen, sondern gleich das Essen mit dazu. Das funktioniert aus der Entfernung, aber auch im Lokal selbst. Gäste müssen in vollen Lokalen also nicht mehr ewig warten, bis die Bedienung sie erhört. Sie tippen ihre Bestellung einfach ins Smartphone, das sie an den Tresen weiterschickt. Das Vergessen von Einzelbestellungen gehört damit der Vergangenheit an.

 

Für Gastronomen gibt es aber einen noch viel wichtigeren Vorteil: Die App sammelt die Daten der Bestellvorgänge. So lässt sich das Konsumverhalten der Gäste analysieren. Man weiß schnell, um welche Uhrzeit das meiste Bier konsumiert wird, welche Gäste häufig kommen und um welche man mehr werben sollte, weil sie selten kommen, dann aber viel konsumieren. „Wir bei Smorder arbeiten mit dem sogenannten PullAnsatz. Das heißt, der Nutzer sieht, dass speziell für ihn Angebote verfügbar sind“, erklärt Weberschläger die Strategie, die auf dem gesammelten Datenmaterial aufbaut. Lokalbesitzer können nämlich nun mit Hilfe der App Personen, die länger nicht im Lokal waren, per Benachrichtigung aufs Smartphone mit speziellen Angeboten locken, die genau auf sie zugeschnitten sind. Oder sie können Stammkunden mit Rabatten belohnen, um ihre Bindung ans Lokal zu erhöhen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Doch Übereifrige sollten vorsichtig sein. „Der Konsument darf zu keiner Zeit das Gefühl haben, mit Angeboten oder Werbungen überschüttet zu werden“, warnt Weberschläger. Sonst deinstalliert er die App schnell wieder.

www.smorder.at

 

PRO

+ effizienterer Service im Lokal

+ zielgruppengenaue Kundenansprache

 

CONTRA

- hoher Nervfaktor durch zu viele PushNachrichten zu Aktionen

- administrativer Aufwand bei der Datenauswertung

- App muss erst installiert werden

DELINSKI: Auslastung garantiert

 

Mobiles Marketing kann aber auch in eine andere Richtung gehen. Laut der marketoStudie suchen 30 % der SmartphoneNutzer gezielt selbst Services oder Produkte mit dem Handy. Solche sogenannten pro-aktiven Nutzer können Gastronomen ebenfalls mit Apps erreichen. Das Wiener Startup Delinski hat beispielsweise eine etwas andere Tischreservierungsplattform für Restaurants programmiert.

 

Sie richtet sich an Menschen, die kurzentschlossen fein essen gehen möchten. Diese Gäste vermittelt die Plattform digital an Gastronomen, die gerade einen schwachen Abend haben oder denen unvorhergesehen eine oder mehrere Reservierungen ausgefallen sind. Die Lokale können so kurzfristig ihren Umsatz steigern und ihre laufenden Kosten decken. Alles, was sie tun müssen, ist, sich auf Delinski zu registrieren und am jeweiligen Abend die freien Plätze anzugeben. Die Nutzer, die über Delinski reservieren, erhalten als Anreiz einen Rabatt von 30 % auf die gesamte Rechnung.

 

Für Lukas Zielinski, den Geschäftsführer von Delinski, ist das eine wesentlich zeitgemäßere Form, für sich und sein Lokal zu werben. Denn durch das Angebot werden neue Gäste mit dem Lokal vertraut und durch die konstante Auslastung ergebe sich am Ende des Monats trotzdem ein sattes Plus, glaubt er. „Die Gastronomen sollten sich auf das konzentrieren, was sie verkaufen, nämlich das Essen. Die Kundengewinnung sollten sie externen Plattformen überlassen“, ist Zielinski überzeugt. Selbst Werbebanner zu schalten oder Gutscheinaktionen zu machen, hält er für zu teuer und zu oft ergebnislos. Das Unternehmen mit Sitz in Wien-Döbling hat mittlerweile 100 Restaurants als Partner und verzeichnet um die 4.000 Buchungen pro Monat.

www.delinski.at

 

PRO

+ mehr Auslastung an schwachen Abenden

+ gut für die Neukundengewinnung

 

CONTRA

- 30 % Rabatt auf alle Bestellungen

 

 

GASTRO-APP: Immer beim Kunden  

 

Wer keine externe Plattform beauftragen möchte, kann sich auch eine App für den eigenen Betrieb programmieren lassen. GastroApp ist einer der Anbieter, die das für Betriebe im deutschsprachigen Raum übernehmen. Die BasisApp ist zwar immer die gleiche, sie wird aber je nach Lokal mit entsprechenden Logos und Farben individualisiert. Das senkt die Preise gegenüber einer wirklich maßgeschneiderten Lösung erheblich.

 

Diese App lässt sich durch die Gäste im AppStore kostenlos herunterladen. Sie bekommen Zugriff auf Speisekarten, Bildergalerien oder Sonderaktionen. Das zentrale Werkzeug von GastroApp sind aber sogenannte PushNachrichten, die die Gastronomen über ein sogenanntes App Center selbst an die Gäste verschicken können. Damit lassen sich beispielsweise bevorstehende Veranstaltungen bewerben oder Rabatte ankündigen. Diese Werbebotschaften erscheinen direkt auf den Handybildschirmen der Gäste, auch wenn die App nicht geöffnet ist. Wer die App hat, wird der Ankündigung des nächsten Ripperltages also kaum entgehen können. Gastronomen bekommen auch hier Zugang zu Konsumanalysen und können aktiv ihre Kunden ansprechen.

 

Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, über das App Center auch andere SocialMediaKanäle, wie etwa Facebook oder Twitter, zu betreuen. So können beispielsweise alle Konten automatisch synchronisiert werden und man erreicht dadurch ein größeres Publikum.

www.gastroapp.at

 

PRO

+ Werbebotschaften kommen sicher an

+ Auftritt mit einer eigenen, personalisierten App

 

CONTRA

- zu viele Push-Nachrichten schrecken Gäste ab

- App muss erst installiert werden

 

 

FAQ

 

Was ist Mobile Marketing?  

Mobile Marketing ist jede Form von Werbung auf Smartphones. Die gängigste Form davon sind kleine Werbebanner, die in externen Apps, zum Beispiel Zeitungen, eingebaut werden.  

 

Wie sollte ein Gastronom Mobile Marketing nutzen?  

Das Mindeste, was ein Gastronom tun sollte, ist eine für Handys optimierte Webseite programmieren zu lassen. Gastronomen, die die Nase vorn behalten wollen, haben außerdem die Möglichkeit, Apps zu nutzen, mit denen sie ihre Kunden noch schneller und gezielter mit Werbebotschaften erreichen können.  

 

Was ist wichtig zu beachten?  

Die Kunden nicht mit Werbung überlasten. Das schreckt Nutzer ab.

 

 

Ausblick

 

In Zukunft wird Mobile Marketing noch viel wichtiger werden. Smartphones werden immer billiger und immer mehr Menschen benutzen lieber mobile Endgeräte als stationäre DesktopPCs. Außerdem steht die technologische Entwicklung nicht still: Bald werden Apples iBeacon oder Googles Eddystone die Kundenansprache weiter revolutionieren. Bei beiden handelt es sich um kleine Signalstationen, die Informationen über Bluetooth an Smartphones senden. Die Technologie wird es ermöglichen, dass Gastronomen spezielle Werbeangebote an Passanten senden können. Doch das ist zurzeit noch Zukunftsmusik.

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