Unter Freunden

Ohne Facebook geht es nicht mehr: Unglaubliche 1,11 Mrd. Menschen weltweit sind Mitglieder im beliebtesten sozialen Netzwerk. Wir verraten Ihnen, wie Gastronomen von Facebook profitieren können.

01.03.2014
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Suchen Sie den Dialog mit Ihren Kunden. Facebook ist kein Einweg-Medium.

Facebook gehört zu den am meisten besuchten Websites überhaupt. In Deutschland liegt die Seite hinter Google auf Platz zwei. 1,1 Mrd. Menschen tauschen sich über diese Plattform aus. Auch über ihre Lieblingslokale. Eine Empfehlung via Facebook ist die neue Form der Mundpropaganda. Ein ideales Marketing-Instrument für Gastronomen also. Vorausgesetzt, man ist sich darüber im Klaren, was man von sozialen Netzwerken erwarten kann (und was nicht) und wie man seine Follower richtig hungrig macht. Damit Sie wissen, ob Ihr Lokal eine eigene Facebook-Seite braucht und wie Sie diese so befüllen, dass Sie mit vielen „Likes“ & „Shares“ rechnen können, haben wir wichtige Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene auf den nächsten Seiten zusammengefasst und einen Experten zum Thema befragt. Wichtig ist, zu verstehen, dass eine Facebook-Seite nur funktioniert, wenn dort ein Dialog stattfindet. Und dazu reicht es nicht, eine Seite anzulegen – es braucht aktive Kommunikation. Wer in sozialen Netzwerken erfolgreich sein will, muss regelmäßig posten. Bilder, Geschichten, Fragen, Angebote. Das macht ohne Frage Arbeit – aber im besten Fall können Sie so Ihre News und Angebote punktgenau kommunizieren, erhalten wertvolles Feedback und können Ihre Fans so pflegen, dass sie Sie an ihre Freunde weiterempfehlen.

 

1. Eine Facebook-Seite für Ihr Lokal – so geht’s

 

Wenn Sie noch kein Facebook-Profil haben – registrieren Sie sich. Es ist besser, ein persönliches Profil zu erstellen, bevor Sie eine Seite erstellen, da Ihnen dann mehr Funktionen bei Facebook zur Verfügung stehen.

Wenn Sie angemeldet sind, klicken Sie auf "Seite erstellen" (im Menü rechts oben), dann auf "Lokales Unternehmen oder Ort" und geben Sie die gewünschten Informationen ein.

Ordnen Sie Ihrem Lokal auf der Folgeseite Kategorien zu. Seien Sie dabei möglichst genau: Es gibt nicht nur die Kategorie "Restaurant" oder "Gaststätte", sondern auch "Crêperie" oder "Spanisches Restaurant". Dann beschreiben Sie Ihr Angebot möglichst gut; verwenden Sie dabei alle wichtigen Schlagworte ("Keywords"). Also, wenn Sie ein Steakhousebesitzen, sollte hier "Steak" vorkommen. Hier können Sie auch die Adresse Ihrer Homepage angeben und die URL Ihrer Facebook-Seite wählen.

Laden Sie ein Profilbild für Ihr Lokal hoch. Es sollte Ihr Logo zeigen,ein ansprechendes Foto von Ihnen, einem Detail Ihres Lokals oder einer Spezialität Ihres Hauses. Dafür stehen Ihnen 180 x 180 Pixel zur Verfügung. Bilder richtig zuschneiden können Sie z. B. mit Web-Editoren wie pixlr.com oder picmonkey.com.

Tipp: Bevor Sie nun Freunde oder Bekannte über Ihre neue Seite informieren,sollten Sie die Seite erst befüllen. Überspringen Sie also diesen Schritt!

Die nächsten Schritte: Laden Sie ein Titelbild hoch und vervollständigen Sie die Angaben zu Ihrem Lokal unter „Seiteninfo aktualisieren“.

 

2. So posten Sie richtig

 

Text

Kurz & knackig: Beschränken Sie sich auf max. 3–4 Zeilen (ca. 200 Zeichen). Das Wesentliche sollte in den ersten 90 Zeichen stehen, da auf mobilen Endgeräten nur diesea ngezeigt werden.

Call to Action: Stellen Sie Fragen oder rufen Sie zu einer Handlung auf (z. B. reservieren, eine Veranstaltung besuchen, das neue Gericht probieren).

Aktuell und relevant: Ob ein Posting im News Feed der Nutzer erscheint, hängt davon ab, ob Facebook den Inhalt als qualitativ hochwertig einstuft. Inhalte sollten also relevant und aktuell sein. Fragen Sie sich einfach: "Würde ich diesen Inhalt teilen oder weiterempfehlen?"

Abwechslung: Sorgen Sie für einen guten Mix aus Text und Bild bzw. Video.

 

Bilder

Rechte: Wenn Sie Fotos posten, sollten Sie sich sicher sein, dass Sie die Rechte für diese haben. Entweder weil Sie das Bild selbst gemacht oder weil Sie die Erlaubnis des Fotografen eingeholt haben. Auch die gezeigte Person sollte ihre Einwilligung zur Veröffentlichung gegeben haben. Darüber hinaus sollten Sie wissen, dass Sie mit dem Posting Facebook die Nutzungsrechte für das Bild einräumen.

Größe: In der Chronik wird das Bild auf eine Größe von 403 x 403 Pixel reduziert – die wesentlichen Bildinhalte sollten darauf zu sehen sein.

3. So bearbeiten Sie Links

 

Bearbeiten: Wenn Sie Links posten, können Sie diese auch bearbeiten, damit sie schöner aussehen: Die URL können Sie aus dem Posting entfernen, sobald das Link-Fenster erscheint. Und Sie können die Überschrift, den Text und auch das Miniaturbild im Link-Fenster ändern.

Rechte: Beachten Sie, dass auch Vorschaubilder rechtlich geschützt sind – d. h., wenn Sie unsicher sind, ob der Urheber mit der Veröffentlichung des Fotos einverstanden ist, lassen Sie die Vorschaulieber weg.

 

4. Locken Sie Gäste an

 

Veranstaltungen

Bei besonderen Ereignissen können Sie eine Veranstaltung erstellen. FüllenSie dazu einfach das entsprechende Formular aus (Name der Veranstaltung,Details, Datum, Zeitpunkt). Außerdem können Sie die Zielgruppe bequemeingrenzen (z. B. nach Geschlecht, Alter, Ort usw.). Ist die Veranstaltungerstellt, kann auch ein Foto oder Video hinzugefügt werden.

 

Angebote

Sobald Ihre Seite 100 Likes ("Gefällt mir") hat, ist die Funktion Angebote für Sie verfügbar. Dann können via Facebook Rabatte und Aktionscodes geteilt („shared“) werden. Sie definieren, wo das Angebot eingelöst werden kann, wie lange diesesgültig ist und ob es eine Mengenbegrenzung gibt. Angebote zu erstellen kostet zwar, aber das Budget muss nicht hoch sein (ab 8 €). Und die Investition scheint sich zu lohnen: Die CTR (Click-Through-Rate, die aussagt, wie viele Nutzer ein Angebot, das sie sehen, auch anklicken) liegt bei Angeboten deutlich höher als bei klassischen Anzeigen auf Facebook oder im Web.

 

Vorsicht vor rechtlichen Fallstrickenk

 

Impressum

Jede Facebook-Seite, die nicht ausschließlich privat genutzt wird, braucht – zumindest in Österreich und Deutschland – ein Impressum. Dieses muss für Nutzer einfach erkennbar und unmittelbar, d. h. mit höchstens zwei Klicks erreichbar sein. Wie man ein rechtssicheres Impressum erstellt, wird z. B. auf www.allfacebook.de erklärt.

"Facebook ist nicht sofort verkaufsrelevant"

 

Mag. (FH) Thomas Hinterholzer ist im Bereich Tourismusforschung an der FH Salzburg und weiß, wie Gastronomen von Social Media profitieren können.

 

Muss ich als Gastronom heute auf Facebook sein?

Das kommt darauf an, was ich erreichen will. Wer glaubt, dass er dank Facebook mehr Essen verkauft, wird eher enttäuscht. Für die meisten ist die Plattform nicht sofort verkaufsrelevant. Außer ich besitze ein Nachtlokal mit jungem Zielpublikum. Ansonstenmacht eine Facebook-Seite Sinn, wenn ich Feedback erhalten und mich verbessern möchte.

Und was stelle ich auf meine Facebook-Seite?

Dieses Medium ist nur interessant, wenn ich etwas zuerzählen habe. Also aktuelle Geschichten, relevanteMitteilungen, wechselnde Menüs etc. Ein Traditionsgasthaus, in das man geht, weil dort seit Jahrzehntendie gleichen Gerichte super gekocht werden, wird sich schwertun, laufend Neues zu berichten. Wenn ich eine Facebook-Seite habe, dann muss ich mich darum kümmern, sie befüllen, regelmäßig posten.

Welcher Fehler wird aus Ihrer Sicht am häufigsten in diesem Zusammenhang gemacht?

Viele verstehen nicht, dass Facebook kein Einweg-Medium ist. Wer Kommunikation kontrollieren will, ist dort fehl am Platz. Ich kann nicht steuern,was im Internet über mich geschrieben wird. Häufig wird falsch kommuniziert: Statt Fragen zu stellen oder Diskussionen anzuregen, werden nur Aussagen gepostet, die das Gegenüber nicht miteinbeziehen. Ziel sollte nicht sein, möglichst viele „Gefällt mir“ zuergattern, sondern aktive Kommunikation (Kommentare,Meinungen usw.) zu erreichen.

Und was tun, wenn kritische Kommentare gepostetwerden?

Kritik tut nicht weh, solange es genug positive Kommentare gibt. Und wenn das Verhältnis nicht stimmt, dann muss ich mein Produkt verbessern. Ansonsten gelten die gleichen Regeln wie beim Beschwerdemanagement. Nicht rechtfertigen, sondern sich für die Meinung bedanken und den Gast in einer persönlichen Nachricht kontaktieren, ihm eine Entschädigung, einen Gutschein anbieten.

Facebook, Pinterest, Google+, Twitter … Auf welcher Plattform sollte man vertreten sein? Muss man auf allen Hochzeiten tanzen?

Nein. Ich empfehle mit einer Facebook-Seite anzufangenund sich nicht zu sehr zu verfransen. Einen Eintrag in Google+ würde ich empfehlen, weil so auch das Ranking der eigenen Website bei Google besser wird.

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