Visitenkarte Website

Das Bewusstsein für die Bedeutung einer eigenen Website ist in der Gastro-Branche noch immer gering – fast die Hälfte aller Lokale sind nicht online. Es wird Zeit, die Chance, die das Medium Internet bietet, auch zu ergreifen.

01.12.2013
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„Gerade für kleine und mittlere Betriebe stellt das Internet eine große Chance dar: Da steht die eigene Website gleichberechtigt neben den großen Ketten.“
ALEXANDER SCHWARZ, INHABER DER SOCIAL-MEDIA-AGENTUR GASTSPIEL

Telefonbuch war gestern. Heute suchen die Menschen im Web nach kulinarischen Angeboten oder einem passenden Restaurant in der Nähe. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass die Homepage eines Restaurants für 97 % aller Internet-Nutzer die wichtigste Informationsquelle ist. Eine eigene Website ist also unverzichtbar und die Visitenkarte eines Lokals. So lassen sich neue Zielgruppen erschließen, Angebote wie Mittagsmenüs und Themenwochen kommunizieren und Touristen sowie Geschäftsreisende zu einem Besuch verführen.

So weit, so klar. Doch obwohl den meisten Gastronomen inzwischen bewusst sein dürfte, dass ein eigener Webauftritt unverzichtbar ist, hapert es mit der Umsetzung immer noch. Eine Studie hat z. B. ergeben, dass in Deutschland immer noch 44 % aller Gastrobetriebe keine eigene Website haben. In Österreich dürfte diese Zahl wohl nicht viel niedriger sein, glaubt Thomas Hinterholzer, Senior-Researcher im Bereich Toursmusforschung an der FH Salzburg. So bleibt ein enormes Potenzial – gerade für kleine und mittlere Betriebe – ungenutzt. Und nicht nur die Frage „Wozu?“ scheint nach wie vor unklar zu sein. Auch das „Wie?“ ist offenbar vielen noch ein Rätsel. Zumindest drängt sich diese Annahme auf, wenn man sich auf zahlreichen Restaurant-Seiten schon bei der Suche nach einer Telefonnummer heillos verirrt oder beim Versuch, eine Reservierung vorzunehmen, nach 15 Minuten frustriert aufgeben muss. Hier gilt – wie übrigens auch für Aktivitäten auf Facebook oder Twitter: Nur was gut gemacht und aktuell gehalten wird, erzielt die erhoffte Wirkung.

Was gilt es also zu beachten? Zunächst sollte das Design einer Website zum Lokal passen. Idealerweise sollte beim Besucher auf den ersten Blick auf die Startseite ein Gefühl für eine Lokalität entstehen und deutlich werden, um welche Art von Lokal es sich handelt (z. B. Bistro, Café, Italiener). Zu einem eher rustikalen Wirtshaus passt kein kühler, hypermoderner Look. Authentizität ist auch im Web absolut Trumpf. Eine Website kann durchaus das Ambiente eines Restaurants widerspiegeln, einen ersten Eindruck vermitteln. Wenn sich Ihr potenzieller Gast davon angesprochen fühlt, sind Sie bereits einen wichtigen Schritt weiter.

ALLES AUF EINEN BLICK

Ebenfalls auf der Startseite und mit nur einem Blick erkennbar müssen die meistgesuchten Inhalte sein. Dazu gehören die Adresse des Restaurants, die Telefonnummer und die Öffnungszeiten. Auch Angaben zu Zahlungsmöglichkeiten gehören zu den wichigen Informationen. Wer bereits auf Social-Media-Kanälen wie Facebook aktiv ist, kann hier seine Gäste mit einem „Gefällt-mir“-Button einladen, ganz leicht wichtige Mundpropaganda für das Lokal zu betreiben. Gibt es die Möglichkeit, online oder per Mail zu reservieren, gehört auch dazu eine Info auf die Startseite. Und quälen Sie Ihre Gäste hier nicht mit aufwändigen Login-Vorgängen – dazu fehlen ihnen häufig die Zeit und die Bereitschaft, allzu viele Daten preiszugeben, nur um einen Tisch zu bekommen.

Mit einem passenden Design und einer Startseite, die keine wichtigen Fragen offen lässt, ist ein guter Anfang gemacht. Letztlich wird eine Homepage aber erst durch Inhalte zum Leben erweckt. Und dabei gilt es zwei wichtige Elemente zu beachten: Information und Emotion. Auf die emotionale Ebene wirken vor allem professionelle, ansprechende Bilder. Sie sollen Lust machen, Neugier wecken, Appetit machen. Hier lohnt sich die Investition in einen professionellen Fotografen absolut. Aber auch mit guten, atmosphärischen Texten können Sie potenzielle Gäste verführen – und sollten es auch tun. Webtexte haben aber noch zwei weitere wichtige Funktionen: Sie informieren im Detail über das Angebot eines Lokals und sie sind absolut unverzichtbar, um überhaupt gefunden zu werden! Denn der Restaurantbesuch beginnt heute meistens bei Google. 91,5 % aller Gäste, die sich im Internet bewegen, nutzen Google (oder ähnliche Suchmaschinen), um ein Lokal nach ihrem Geschmack zu finden. Ist eine Website dort nicht auf den ersten Seiten zu finden, dann – so hart es auch klingt – gibt es sie für die meisten Menschen nicht.

LASSEN SIE SICH FINDEN

Um bei Google eine gute Platzierung zu erreichen, muss eine Website speziell programmiert und getextet werden. Am besten holt man sich dafür die Unterstützung einer speziellen Webagentur. Die Agenturen, die es bei der Google- Suche selbst nach ganz oben schaffen, sind meist keine schlechte Wahl. Einfache textliche Anpassungen kann man aber auch selbst vornehmen. Denn Google druchsucht die Texte einer Seite nach Schlüsselworten, so genannten „Keywords“. Kommen diese Worte häufig vor, ist es wahrscheinlicher, dass Google Ihre Webseite bei einer entsprechenden Suchanfrage nach oben reiht. Wollen Sie sich als rustikales Lokal positionieren, sollten deshalb Begriffe wie „Wirtshaus“ oder „Gastwirtschaft“ häufig vorkommen. Wenn Sie sich über eine Speise definieren, wäre es beispielsweise „Schnitzel“ oder „Hausmannskost“. Diese Pflege der Inhalte einer Seite darf auch nicht enden, wenn sie online ist. Aktualität ist im Internet unverzichtbar. Finden User auf einer Website nur die Wochenkarte vom letzten Monat und der letzte Newseintrag ist ein halbes Jahr alt, dann macht das keinen guten Eindruck. Die kontinuierliche Pflege einer Homepage und aller Inhalte ist also Pflicht. So können Sie Ihre Gäste über aktuelle Angebote, Menüs, saisonale Spezialwochen oder Veränderungen im Betrieb auf dem Laufenden halten.

MOBILE IST PFLICHT

Last but not least: Denken Sie daran, dass ein großer Teil der Nutzer mittlerweile am Handy oder Tablet auf Ihre Website surft (71 % in Österreich, 58 % in Deutschland). Ein Trend, den Sie nicht verschlafen sollten, weil immer mehr Menschen spontan entscheiden, wo sie essen gehen, und schnell am Handy nach einem passenden Angebot suchen. Ob sich der Aufwand für die Umsetzung dieser Maßnahmen lohnt, sollte man sich am Ende des Jahres 2013 nicht mehr fragen. Wer heute nicht im Netz ist, wird nicht gefunden. Und das wäre schade.

Tipps für Ihre Website

 

1. Schreiben Sie Texte, die gelesen werden

 

Informieren

Online-Leser ermüden schneller – also bieten Sie knackige, schnellkonsumierbare Info-Häppchen an, die über Wesentliches informieren. Im Web sindkurze verständliche Sätze ohne zu viele Füllwörter gefragt.

Emotionen wecken

Richtig gute Webtexte sind informativ und emotionalisierend. Erzeugen Sie Bilder in den Köpfen Ihrer Leser. Schreiben Sie nicht nur, dass Sie den besten Schweinsbraten weit und breit machen, sondern auch, dass Sie ihn in einer 100 Jahre alten Bauernstube im rustikalen Reindl servieren und das Rezept für die perfekten Knödel dazu schon seit mehreren Generationen in Ihrer Familie weitergegeben wird.

Auffordern

Geben Sie konkrete Handlungsanweisungen wie „Kontaktieren Sie uns!“,„Reservieren Sie hier Ihren Tisch für das exklusive Spargelessen“ oder „Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie unser Wochenmenü schon am Sonntag“. Sprechen Sie die Besucher direkt an.

Keywords

Damit Sie bei Google gefunden werden, sollten die Texte nicht nur informativ und maßgeschneidert sein, sondern auch die richtigen Keywords enthalten. Wenn Sie als „Wirtshaus“ in „Linz“ gefunden werden wollen, dann sollten diese beiden Wörter, aber auch sinnverwandte Ausdrücke in Ihrem Text vorkommen. Aber übertreiben Sie’s nicht – eine zu hohe Keyword-Dichte („Keyword-Stuffing“) mag Google auch nicht (mehr).

 

2. Bauen Sie Ihre Seite richtig auf

 

Authentisch

Ihre Website sollte den Besuchern ermöglichen, ein Gefühl für den Charakter Ihres Lokals zu bekommen. Dies gelingt z. B. mit einem passenden Design, Bildern von den Gastgebern sowie Räumlichkeiten und individuellen Texten.

Übersichtlich

Klare Strukturen und eine durchdachte Navigation sorgen dafür, dass Kunden möglichst schnell und einfach finden, was sie suchen. Die wichtigsten Infos (Telefonnummer, Adresse, Öffnungszeiten) sollten auf der Startseite stehen. Die Schriften sollten gut lesbar sein.

Aktuell

Halten Sie Ihre Website immer auf dem letzten Stand und nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, indem Sie auf Veranstaltungen, Wochenkarten oder spezielle Angebote hinweisen.

Interaktiv

Machen Sie es Ihren Kunden so einfach wie möglich, in einen Austausch zu treten, indem Sie Online-Reservierungen oder Rückmeldungen direkt und mit wenigen Klicks ermöglichen. Bieten Sie Zusatzinfos z. B. durch einen Newsletter an oder motivieren Sie zufriedene Gäste, für Sie „Mundpropaganda“ auf Facebok, Twitter o. Ä. zu betreiben.

 

3. Versenden Sie Newsletter, die nicht nerven

 

Mehrwert bieten

Die Gefahr, irgendwann im Spam-Ordner zu landen, ist bei Newslettersgroß – daher vermeiden Sie Informationen, die für Ihre Abonnenten nicht relevant oder schon bekannt sind. Ein Newsletter muss einen Mehrwert bieten. Beliebt macht man sich mit Sonderangeboten für Abonnenten.

Nicht übertreiben

Die optimale Frequenz liegt bei einem Newsletter pro Monat – ansonsten wird es schnell nervig. Ausnahme: Wenn Sie Ihre Stammgäste über die aktuelle Wochenkarte oder den täglichen Business Lunch informieren. Und übertreiben Sie es nicht, indem Sie zu viele Infos oder Anhänge in ein Mail packen. Zusätzliche Infos können auch über einen Link auf die Website angeboten werden.

Niemanden belästigen

Versenden Sie keine E-Mail an Kunden, die den Newsletter nicht explizit abonniert haben. Das ist nicht nur nervig, sondern auch nicht legal. Und geben Sie Abonnenten immer die Möglichkeit, einen Newsletter abzubestellen.

Richtig planen

Der optimale Zeitpunkt für den Versand von Newsletters sind die Tage Dienstag und Mittwoch. E-Mails, die am Wochenende oder spät abends hereinkommen, werden häufig übersehen oder gleich gelöscht.

 

4. Verwenden Sie Baukastensysteme

 

Abseits von komplexer Programmierung und Agenturen gibt es mittlerweile sehr ausgereifte Baukastensysteme, mit denen eine eigene Webseite kostengünstig und mit überschaubarem Aufwand erstellt werden kann. Wir haben einige Anbieter zusammengestellt.

 

Jimdo

Die junge Firma aus Hamburg legt sehr viel Wert auf benutzerfreundliche Bedienung und stetige Weiterentwicklung. www.jimdo.com

1and1

Der Branchenprimus bietet rund 200 spezielle Vorlagen für Branchen-Websites www.1and1.com

webnode

Solides Produkt mit rund 5 Mio. Nutzern. Ermöglicht mehrsprachige Seiten. www.webnode.com

weebly

Das Unternehmen aus San Francisco gehört mit 12 Mio. Nutzern zu den größten Playern. www.weebly.com

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