Steak Holder

Wie gut müssen Kärntner Cabanossi und steirischer Schinken sein, um die Welt erobern zu können? Sehr gut, Extrawürstel bei der Qualität gibt es nicht. Besuch bei den Marcher Fleischwerken in Kärnten.

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"Wir verstehen uns als Brücke zwischen Landwirtschaft und unseren Konsumenten"

Norbert Marcher, Geschäftsführer der Marcher Fleischwerke

Regel Nummer eins: Du musst Spaß an der Arbeit haben, sonst kommst du nicht an die Spitze. „Es bereitet mir einfach Freude und Genugtuung, hochwertiges Fleisch zu produzieren“ sagt Norbert Marcher. Was heißt Fleisch: Zarten Schinken, defti­ge Würste, leckeren Leberkäse stellen die Marchers her. Dazu Cabanossi, Würstel, Presswurst, Fertiggerichte, Knödelgerich­te, Kartoffelsnacks, frittierte Speisen wie Wiener Schnitzel, Cordon Bleu oder Chi­cken Nuggets bis hin zu rohen oder gegar­ten Burgern für Fastfood-Ketten und den Lebensmitteleinzelhandel.

Die Marcher Fleischwerke haben es ge­schafft. Innerhalb von drei Generationen ist aus einem einst kleinen Villacher Vieh­handel ein Unternehmen internationalen Formats geworden. Zwei Drittel der gesam­ten Produktionsmenge werden in mehr als 40 Länder auf vier Kontinenten exportiert. Das Kärntner Unternehmen ist zum größ­ten und modernsten Schlacht- und Zerle­geunternehmen Österreichs geworden.

 

ES SCHMECKT – DAS ZÄHLT

Wie haben die Marchers das geschafft? Es ist wohl die gleichbleibend hohe Quali­tät, die den Ausschlag gab. Andere Betrie­be wachsen und halten sie nicht, Marcher schon. Wenn das Schulterscherzl frisch, zart und rosig beim Gastronomen an­kommt, wird dieser das wieder bestellen. So einfach ist das. Und doch ziemlich kompliziert: Es müssen definierte und rekonstruierbare Parameter eingehalten werden. Immerhin sprechen wir von 130.000 Rindern pro Jahr und von einer Million Schweine. Die Tiere müssen gut gehalten, richtig ernährt werden, das ist die beste Grundlage. Dann spielt die Technik in der Produktion eine wesent­liche Rolle. Bei den Marcher Fleischwer­ken setzt man auf „ein Höchstmaß an Ef­fizienz in allen Bearbeitungsstufen“, wie der Firmenchef betont: „Wir haben uns zahlreichen Standards – unter anderem ISO 22.000 und IFS –, die weit über das gesetzliche Maß hinausgehen, verpflichtet. Diese werden auch laufend extern überprüft.“

Die Rinderhälften und Schweinshaxen werden in der Produktion ständig über­wacht, geprüft, gemessen, kontrolliert. Permanent checkt die hauseigene Quali­tätsabteilung die Hygiene.

 

VIEHHANDEL GOES INTERNATIONAL

Neben all den technologischen Aspekten gibt es aber auch noch eine andere Seite: die Tradition. Die Marcher Fleischwerke gingen aus einem Viehhandel, der 1929 von Franz Marcher gegründet wurde, hervor. Sein Sohn Norbert entwickelte daraus in der zweiten Hälfte des 20. Jahr­hunderts erfolgreich einen Fleischbetrieb. Der Unternehmenssitz ist und bleibt Vil­lach, es ist auch der Standort der Logis­tikzentrale und des Schweinezerlegebe­triebs. Zukäufe und Expansionen führten zu weiteren Betrieben in Bruck a. d. Mur, Oberwaltersdorf, St. Martin (NÖ), Graz, Klagenfurt und Steinerkirchen (Ktn.). Nach dem Auf- und Ausbau, den Norbert Marcher später schon gemein­sam mit seinen drei Söhnen vorangetrie­ben hat, steht das Unternehmen heute unter der Verantwortung von Norbert Mar­cher jun. und seinen beiden Brüdern Ger­not und Herfried. „Wir nutzen die Vorteile kurzer Entscheidungswege als geschäfts­führende Gesellschafter und entscheiden strategisch nach langfristigen Perspekti­ven“, sagt Norbert Marcher.

Langfristig und nachhaltig. So ist auch die Zusammenarbeit mit den Lieferanten – 20.000 österreichische Landwirte. Die Zu­sammenarbeit geht so weit, dass die Mar­cher Fleischwerke – je nach Hoflage und betrieblichen Situation – gemeinsam mit bäuerlichen Erzeugergemeinschaften und Gruppen einzelner Landwirte auch Kon­zepte hinsichtlich Rasse, Gattung, Regio­nalität, Fütterung und Haltung entwickeln.

 

BIO-EUROPAMEISTER

Entsprechend vielfältig ist somit das Marcher Leistungsspektrum: Angeboten wird Rind- und Schweinefleisch der un­terschiedlichsten Kategorien und Gat­tungen, in allen handelsüblichen sowie in individuellen Schnittführungen und Verpackungsvarianten. Das Sortiment reicht von konventionellen Produkten, wie etwa Grobteilen mit oder ohne Kno­chen, über salzfertige und fettegalisierte Halbfertigprodukte zur Weiterverarbei­tung bis hin zu hochwertigen Edeltei­len. Die Marcher Fleischwerke haben auch Fleisch verschiedener Bio- und Qualitätsprogramme sowie Regional­marken im Angebot. So gibt es neben Produkten mit dem AMA-Gütesiegel Besonderheiten, wie unter anderem das mit steirischen Schweineproduzenten betriebene Qualitätsprogramm „abso­lut steirisch“ oder „Styria Beef“, eine Premium-Rindfleischmarke steirischer Bio-Bauern. Mit einem Anteil von cir­ka 10 % hat biologisches Rindfleisch übrigens bei den Marcher Fleischwer­ken bereits einen großen Stellenwert. „Auch wenn Fleisch aufgrund des ver­hältnismäßig höheren Kostenaufwandes nicht mit den Erfolgszahlen aus Obst-und Gemüsebau beziehungsweise der Milchwirtschaft mithalten kann, so bie­tet doch die Form der österreichischen Viehhaltung einen Entfaltungsraum für biologische Fleischproduktion“, sagt Marcher. Die österreichische Landwirt­schaft sei relativ zu ihrer Produktions­menge sogar Europameister im biologi­schen Landbau.

Durch die breite Produktpalette bei Rind und Schwein können die Marcher Fleischwerke den unterschiedlichsten Kundenwünschen und -anforderungen mühelos gerecht werden. Jemand, der ein fettmarmoriertes Steak mit intensivem Rindfleischaroma erwarte, werde ebenso bedient wie die Nachfrager nach zartem Fleisch mit weniger Eigengeschmack, versichert der Firmenchef.

Und verrät damit ein weiteres Erfolgsre­zept. Größe und Maßarbeit müssen kein Widerspruch sein. Die Marchers bewei­sen es.      

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