"Wir bleiben uns selbst treu"

Manfred Kröswang erklärt, warum motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine wichtige Voraussetzung für seine Unternehmensstrategie sind.

01.03.2014
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Manfred Kröswang mag keine unternehmerischen Abenteuer.

Wann sind Sie ins Familienunternehmen eingestiegen?

Ich habe 2002 direkt nach der Uni die Leitung desneuen Logistikzentrums Böheimkirchen übernommen, das war damals der modernste und größte Standort des Unternehmens. Eigentlich wollte ich nach der Uni für ein paar Jahre in einem großen Unternehmen arbeiten, um Erfahrungen zu sammeln. Dann haben wir aber für Böheimkirchen keinen geeigneten Filialleiter gefunden und meine Eltern haben mich gebeten, den Standort zuübernehmen. Das Arbeiten in einer anderen Firma wollte ich später nachholen, aber das hat sich dann nicht mehr ergeben. So sind aus einer kurzfristigen Filialleitung über 11 Jahre geworden.

 

Bereuen Sie es, dass Sie nie in einem anderen Unternehmen gearbeitet haben?

Nein, das nicht. Aber es wäre sicher interessant gewesen, andere Abläufe zu sehen – um Input für die eigene Firma zu haben. Wer die Möglichkeit hat, vor dem Einstieg in den Familienbetrieb Erfahrung in anderen Unternehmen zu sammeln, sollte es machen.

 

Waren Sie damals schon bereit für diese Aufgabe?

Fachlich war ich sicher bereit, weil ich schon immer in der Firma mitgearbeitet und daher alle Abteilungen und Abläufe bis ins Detail gekannt habe. Als mein Vater 2003 in Pension ging, haben sich meine Mutter und ich die Aufgaben der Geschäftsführung aufgeteilt, das war natürlich eine Herausforderung. Aber schwieriger als die fachlichen Herausforderunge nwaren in den ersten Jahren die Führungsaufgaben, sprich: Wie geht man mit den Mitarbeitern richtig um? Auf der Uni wird man zwar fachlich fundiert ausgebildet, aber Menschenführung wird nicht gelehrt – bzw. muss man dafür eigene Erfahrungen machen. In den ersten Jahren war es deshalb am schwierigsten, seine Entscheidungen nicht rein sachorientiert zu treffen, sondern auch die sozialen Komponenten zu beachten. Ich bin meinen Eltern im Nachhinein sehr dankbar, dass der Generationenübergang so gut funktioniert hat, denn jede Generationtickt etwas anders und hat andere Stärken. Mein Vater war sicher der Richtige, um das Unternehmenaufzubauen. Aber ich glaube, dass wir in meinem Unternehmen das Glück hatten, dass immer die richtigen Personen zur richtigen Zeit am Ruder waren.

 

Hatten Sie beim Einstieg ins Unternehmen konkrete Ziele?

Wir hatten im Unternehmen immer schon Umsatzziele. Damals haben wir uns vorgenommen, innerhalb von fünf Jahren bis 2007 eine Milliarde Schilling Umsatz, also umgerechnet 72 Mio. Euro, zu erreichen – was wir dann auch erreicht haben.

 

Würden Sie rückblickend manche Entscheidungen anders treffen?

Grundlegende Entscheidungen eigentlich nicht. Denn wir sind immer einen ganz klaren, soliden Weg gegangen, ohne zu große Risiken einzugehen. Die einzige Entscheidung, die sich raschals falsch herausgestellt hat, war unser kurzfristiges Engagement in Slowenien. Aber dieses Abenteuer haben wir rasch wieder beendet.

 

Welche Ziele haben Sie heute für Ihr Unternehmen?

Wir haben natürlich nach wie vor Umsatzziele, aber die bleiben intern. Es klingt zwar etwas banal, aber es gibt zwei ganz wesentliche Ziele, die wir erreichen müssen: Einerseits müssen wir es schaffen, unsere eigenen Mitarbeiter zu fördern, damit sie sich weiterentwickeln und möglichst selbstständig und unternehmerisch handeln. Andererseits ist es unser Ziel, die Bedürfnisse unserer Kunden so perfekt wie möglich zu erfüllen und die zufriedensten Kunden der Branche zu haben. Wenn wir diese beiden Ziele erreichen, kommt alles andere von selbst.

 

Was wird sich bei KRÖSWANG in den nächsten Jahren verändern?

Wir wollen in unseren Liefergebieten unsere Marktposition weiter ausbauen. Dazu ist es nötig, in einigen Standorten zu investieren und unseren Fuhrpark weiterauszubauen. Wir werden aber aus heutiger Sicht unserer Strategie weiter treu bleiben: Konzentration auf frische und tiefgekühlte Lebensmittel und die beste Zustellung der Branche. Was wir machen, wollen wir so gut machen wie kein anderer, und uns jeden Tag ein bisschen verbessern.

 

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen in den nächsten Jahren?

Die wichtigste Herausforderung ist wahrscheinlich, unser Team weiter zu stärken, damit meine Mitarbeiter gerne für ihr Unternehmen und ihre Kunden arbeiten. Wenn wir das schaffen und unserer Linie treu bleiben, werden wir auch weiterhin erfolgreich sein. Ich denke, es ist immer gefährlich, wenn man die Fokussierung auf seine Kernkompetenzen verliert und auf zu vielen Hochzeiten tanzen will. Dann verliert man meist seine Spitzenposition und ist in keinem Bereich mehr führend. Nichtsdestotrotz beobachten wir natürlich permanent den Markt und analysieren die verschiedenen Trends. Wenn es Veränderungen gibt, bei denen man mitmachen muss, werden wir das selbstverständlich tun – ohne unsere Kernkompetenz zu vernachlässigen.

 

KRÖSWANG feiert heuer 40-Jahr-Jubiläum. Wo steht das Unternehmen beim 50-jährigen Jubiläum?

Auch in den nächsten 10 Jahren werden wir unseren sehr erfolgreichen Weg weitergehen. Wir werden unsere Position als DER Spezialist für frische und tiefgekühlte Lebensmittel weiter gestärkt haben und unsere Kunden täglich begeistern.

Wordrap Manfred Kröswang

 

Was ist Ihr Motto als Unternehmer?

Man soll jeden Tag versuchen, besser zu werden.

 

Wen sehen Sie als Ihr größtes Vorbild?

Alle Menschen, die im Beruf erfolgreich und als Mensch ausgeglichen sind.

 

Was macht Unternehmer erfolgreich?

Klare Vision, klare Strategie und die Kunst, die richtigen Menschen für das Unternehmen zu finden.

 

Was motiviert Sie?

Erfolg.

 

Wobei finden Sie Entspannung?

Beim Sport.

 

Wo kommen Sie auf die besten Ideen?

Bei Gesprächen mit interessanten Menschen.

 

Welchen Wunsch möchten Sie sich noch erfüllen?

Bin zur Zeit wunschlos glücklich.

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