Berauschend gut

Im Herbst beginnt die Zeit köstlicher Gewürze. Warum manche von ihnen eigentlich „verboten gehörten“ – aber dann doch wieder nicht –, erklärt Werner Gruber.

01.09.2014
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Beim normalen Würzen nimmt man nur unbedenkliche Mengen der psycho-aktiven Substanzen zu sich.

Die Saison der frischen Kräuter geht im Herbst zu Ende. Spätestens mit den „Wildwochen“ in den Restaurants kommen wieder vermehrt „winterliche“ Gewürze auf den Tisch. Neben dem guten Geschmack und verführerischem Duft entfaltet sich dann auch die wohltuende Wirkung von Nelken, Muskat & Co. So senkt Zimt den Blutzuckerwert, was vorallem für Diabetiker von Vorteil ist. Den Blutdruck kann er aber in die Höhe treiben. Das Eugenol in Gewürznelken wiederum hat eine schmerzmindernde Wirkung (auf Nelken zukauen, lindert z. B. Zahnschmerzen).

KULINARISCHES OPIUM

Und dann gibt es noch ein paar ganz besondere Kandidaten, die nur aus „technischen“ Gründen nicht durch das Suchtmittelgesetz verboten sind. Die Muskatnuss enthält die psychoaktiv wirksamen Inhaltsstoffe Elemicin, Myristicin und Safrol. Ihre Wirkung kann von Stimmungsaufhellung bis zu Rauschgefühlen reichen. Warum sie trotzdem erlaubt ist: Um eine gefährliche Dosis abzubekommen, müssten wir so viel davon zu uns nehmen, dass wir es nicht behalten könnten. Andere Inhaltsstoffe sorgen rechtzeitig dafür, dass uns sehr übel wird, bevor der Drogenrausch gefährlich werden kann. Und dann ist da der Safran: Er macht nicht nur „den Kuchen gel“. Durch das in ihm enthaltene Safranal ist er auch ein hochwirksames Rauschgift, das man als Opiumersatz einsetzen könnte. Warum sind die feinen Krokosfäden dann erlaubt und sogar als extrem teures Gewürz besonders hoch angesehen? Gerade weil sie so teuer sind: Opium wäre einfach billiger. Ein „Safranrausch“ würde sich also einfach nicht auszahlen (und die benötigte Menge würde den Lagerbestand der meisten Supermärkte sprengen). Also: Lassen Sie es sich schmecken – und genießen Sie’s!

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