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Werner Gruber erklärt, warum man sich mit Suppe leicht die Zunge verbrennt und welche Rolle dabei die Größe von Kartoffelstücken spielt. 

01.03.2014
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Werner Gruber ist Lektor für Experimentalphysik an der Universität Wien. Sein Steckenpferd ist die „kulinarische Physik“, die sich mit den physikalischen Vorgängen beim Kochen beschäftigt.

Nehmen wir z. B. eine Gulaschsuppe. Natürlich sind wir klug genug, vor- erst umzurühren und vorsichtig an der Suppe zu nippen. Erst wenn wir uns davon überzeugt haben, dass sie nicht zu heiß ist, laden wir eine ordentliche Portion auf den Löffel – und verbrennen uns dabei oft so richtig die Zunge.

EIN TELLER – ZWEI TEMPERATUREN?

Wie kann es sein, dass in einem Teller Suppe unterschiedliche Temperaturen herrschen? Dahinter steht die sogenannte Wärmekapazität. Sie gibt Auskunft darüber, wie leicht verschiedene Stoffe Wärme aus der Umgebung aufnehmen und wieder abgeben. Im Fall unserer Suppe haben wir uns die Zunge an den Kartoffelstücken, die in der Suppe schwimmen, verbrannt. Im Vergleich zur großteils aus Wasser bestehenden Suppe haben die Kartoffeln eine hohe Wärmekapazität. Das bedeutet, dass sie sich langsamer erwärmen – aber auch langsamer auskühlen – als die sie umgebende Suppe. Ein Trick löst das Problem: Schneidet man die Kartoffeln in Stücke mit nur etwa 1,5 cm Kantenlänge, entsteht bei kleinem Volumen eine relativ große Oberfläche, über die Wärme leichter abgegeben werden kann. Ein weiterer Vorteil dabei: Die abgegebene Wärme landet in der Suppe, die dadurch nicht so schnell auskühlt.

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