Inklusion statt Exklusion

Menschen mit und ohne körperliche, geistige oder psychische Beeinträchtigung, die gemeinsam in der Gastronomie arbeiten – das ist nicht bloß schöne Vorstellung und schon gar nicht ein Ding der Unmöglichkeit. In einigen Betrieben ist es seit vielen Jahren gelebte Realität.
toggle Sidebar Trotz sozialem Auftrag müssen wir am Ende des Jahres für ein ausgeglich- enes Budget sorgen.

Realität. Eine Lehrstelle zu finden kann zermürbend sein, selbst für Schulabgänger mit passablem Notendurchschnitt. Aber wie ist es erst für Jugendliche, die körperlich behindert sind, eine Lernschwäche haben oder psychische Probleme – etwa Depressionen, Autismus oder Verhaltensauffälligkeiten? Stefan kann davon berichten. Ganze vier Jahre hat der junge Kärntner eine Lehrstelle gesucht – trotz Arbeitskräftemangel in vielen Branchen. Währenddessen absolvierte er einen Kurs nach dem anderen. Immer wieder gab es Absagen und andere negative Erfahrungen. Ein Lehrverhältnis im Einzelhandel wurde noch im Probemonat gekündigt. Dann hat er vom Projekt Stadtcafé Klagenfurt der Diakonie de La Tour erfahren. Dort bekam er die Chance, eine Lehre als Restaurantfachmann zu absolvieren. In wenigen Monaten ist seine Lehrzeit zu Ende. Danach hofft er wieder auf eine Möglichkeit, sich zu beweisen, diesmal am freien Arbeitsmarkt. „Der Stefan wäre fast in eine Depression geschlittert und hat bei uns wieder neuen Mut gefasst. Heute ist er ein zuverlässiger und wertvoller Mitarbeiter. Er hätte die Lehre wahrscheinlich auch am freien Arbeitsmarkt geschafft, wenn man auf ihn eingegangen wäre“, erzählt Barbara Brunner vom Stadtcafé Klagenfurt. Die Diplomsozialarbeiterin begleitet seit vielen Jahren als eine von vier Ausbildnern die Azubis im Klagenfurter Kaffeehaus. Derzeit erhalten sechs Jugendliche eine ihren Bedürfnissen entsprechende, fundierte Ausbildung in Form einer verlängerten Lehre oder Teilqualifikation. Die Lehrlinge werden im Stadtcafé von Anfang an zum Gast geschickt und lernen im Laufe ihrer Lehre Bonieren und Kassieren. Das Ziel ist, sie nach Abschluss am freien Arbeitsmarkt vermitteln zu können.

Herausfordernde Arbeit

„Die Jugendlichen, die zu uns kommen, sind ja nicht dumm. Sie haben vielfältige soziale und emotionale Probleme und brauchen einfach eine gezielte Begleitung im beruflichen Alltag. Wenn man sie tun lässt, dann sieht man oft, was sie wirklich draufhaben“, sagt Brunner. Ist die stressige Gastronomie für Menschen mit Behinderung, Lernschwäche oder psychischen Problemen aber nicht genau die falsche Branche? „Natürlich stellt die Ausbildung von Jugendlichen mit sozial-emotionaler Problemstellung eine Herausforderung dar. Ohne Förderung seitens Sozialministeriumservice und Sozialreferat des Landes Kärnten wäre beispielsweise unser Projekt in diesem Umfang nicht möglich.“

Denn die Schulabgänger starten in einer schwierigen Phase ins Arbeitsleben: mitten in der Pubertät. Da braucht es oft viel Verständnis. Im stressigen Alltag eines Gastronomiebetriebes bleibt selten Zeit für lange Erklärungen und eine individuelle Betreuung seitens des Arbeitgebers. „Das Problem ist, dass den Jugendlichen oft bei der ersten Krise gleich der Lehrvertrag gekündigt wird“, sagt Brunner. Krisen gemeinsam durchzustehen und auszuhalten, fällt allerdings nicht immer leicht, weshalb es sich viele erst gar nicht antun, integrative Lehrlinge aufzunehmen. Eine Anstellung in einem gastronomischen Betrieb zu finden, ist deshalb nicht nur für Jugendliche mit psychischen Problemen eine schwierige Angelegenheit. Bis dato sind noch wenige Mitarbeiter mit psychischer, geistiger und/oder körperlicher Beeinträchtigung in der Gastronomie zu finden. Trotz Behinderteneinstellungsgesetz, das die Eingliederung von behinderten Personen in den Arbeitsprozess begünstigen soll, wählen vom Gesetz betroffene Betriebe oft lieber die Zahlung einer Ausgleichstaxe, als der gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen.

Verschiedene Arbeitsmodelle

Restaurants und Hotels, die Menschen mit Beeinträchtigung beschäftigen, sind daher meist von sozialen Vereinen initiierte Betriebe. Eines davon ist das Wesenufer Hotel & Seminarkultur in Waldkirchen am Wesen. Das in seiner Art in Österreich einzigartige Hotel wurde 2008 von pro mente OÖ eröffnet, um Menschen mit psychosozialen Problemen und Down-Syndrom eine sinnstiftende Beschäftigung zu bieten und ihnen den Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern. Das Hotel bietet sieben verschiedene Arbeitsmodelle zur fachlichen und sozialen Kompetenzerweiterung an. Je nach Modell reicht das Angebot von mehrmonatigen Arbeitstrainings in Vollzeit für Wiedereinsteiger und Langzeitarbeitslose über Lehrlingsbegleitung bis hin zur stundenweisen fähigkeitsorientierten Aktivität im Sinne einer Tagesstruktur.

Derzeit beschäftigt das Hotel rund 55 Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Es erhält für deren Betreuung und Ausbildung zwar Aufwandsentschädigungen wie vom AMS und Land OÖ, muss aber dennoch wirtschaften wie ein normaler Hotelbetrieb. „Trotz sozialem Auftrag und der damit verbundenen komplexen Aufgabenstellung müssen wir am Ende des Jahres für einen ausgeglichenen Budgethaushalt sorgen“, betont Claudia Pauzenberger, Marketingleiterin im mehrfach ausgezeichneten oberösterreichischen Seminarhotel. Den sozialen Auftrag zu erfüllen und dabei einen gleichbleibend hohen Qualitätsstandard zu garantieren, das sei schon ein Spagat, erzählt sie. Immerhin bewerkstelligt das 49-Zimmer-Hotel im Jahr um die 400 Seminare und an die 30 Hochzeiten. „Wir sind keine geschützte Werkstätte, sondern bieten Gastro- und Hotel-Alltag pur“, lacht die Marketingleiterin und ergänzt: „Der Vorteil des kundennahen Einsatzes der beeinträchtigten Menschen ist, dass sie schnell positive Erfahrungen machen können.“ Dieser Zugang hat aber auch noch einen anderen Grund: Speziell in den angebotenen Arbeitstrainings geht es darum, die Menschen zu einem selbstständigen und eigenverantwortlichen Arbeiten heranzubilden, um sie nach Ablauf der Trainingsarbeitszeit in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren: 2017 konnten beispielsweise 46 Prozent der Personen im ATZ-Modell erfolgreich vermittelt werden. Die Sozialarbeiter des Seminarhotels unterstützen bei der Praktikumssuche und der Vermittlung, um die geforderte Vermittlungsquote zu erfüllen.

Wo die Absolventen eingesetzt werden, hängt von ihren Fähigkeiten, ihrer Beeinträchtigung und ihren Bedürfnissen ab. „Wir achten darauf, dass wir für jeden Mitarbeiter die Tätigkeit finden, die ihm die besten Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten bietet“, so Pauzenberger. Um den Arbeitsalltag so reibungslos wie möglich und die Qualitätsstandards entsprechend zu bewerkstelligen, wird in multiprofessionellen Teams gemeinsam gearbeitet und durch Sozialpädagogen begleitet. Alle 38 Wesenufer-Mitarbeiter haben eine psychosoziale Grundschulung absolviert und nehmen laufend an psychosozialen Weiterbildungen teil. Zusätzlich unterstützen die Sozialarbeiter in Krisen und Konfliktsituationen.

Im Team stark

Wie das Stadtcafé in Klagenfurt oder das Seminarhotel Wesenufer, so behauptet sich auch das Godesburger in Bonn erfolgreich gegen andere Restaurants und Gastronomiebetriebe in unmittelbarer Umgebung. Im Godesburger, Deutschlands erstem inklusiven Better-Burger Restaurant, arbeiten sieben Menschen mit und fünf Menschen ohne Behinderung Seite an Seite. Die sieben Menschen haben ganz unterschiedliche Arten von Behinderungen. Die Beeinträchtigung reicht von Autismus über körperliche Behinderung bis hin zu Gehörlosigkeit. Damit das Restaurant reibungslos funktioniert, wird jeder Mitarbeiter je nach seinen individuellen Fähigkeiten eingesetzt. Während es dem einen liegt, Kartoffeln zu schälen oder Gemüse zu putzen, bereitet ein anderer die Saucen vor und brät die Burger. Alle arbeiten Hand in Hand und unterstützen sich gegenseitig. Während das 2014 eröffnete Godesburger durch diverse Institutionen finanziell gefördert wurde, stellt die Münchener Gastronomin Katharina Inselkammer unter Beweis, dass Inklusion im Gastgewerbe auch ohne Gemeinnützigkeit möglich ist. Die Idee, einen inklusiven Gastrobetrieb zu gründen, kam Inselkammer durch eine Anfrage einer Montessori-Schule, die das inklusive Konzept lebt. Die Schule fragte sie, ob sie sich als Gastronomin vorstellen könnte, sich um die Verpflegung zu kümmern.

Inselkammer ist eine gestandene Gastronomie. Ihr Mann betreibt das Platzl Hotel, ein 4-Sterne-Hotel im Zentrum der bayerischen Hauptstadt, sowie das Armbrustschützenzelt auf der Wiesn. Mit der Eröffnung der Kunst-Werk-Küche in München im November vergangenen Jahres hat sie allerdings ein neues Terrain betreten. Die Kunst-Werk-Küche, ein Gastro-Betrieb, bestehend aus Deli, Kochschule, Event-Küche, Catering für Büros, Schulen und Kindergarten sowie einem Snackservice, beschäftigt Menschen mit Behinderung oder „Besondere“, wie Inselkammer sie liebevoll bezeichnet: Von den derzeit 30 Angestellten sind zehn besondere Menschen. Der Großteil von ihnen ist geistig schwerbehindert. Trotz ihrer Einschränkungen werden sie überall im Betrieb eingesetzt. Das sei wichtig, sagt die Gastronomin: „Es gibt kein, das geht nicht, aber manchmal ein ‚ich will nicht‘ – das ist aber bei allen Mitarbeitern gleich.“ Bei der Zusammenarbeit mit den beeinträchtigten Mitarbeitern ist für den Godesburger-Restaurantleiter Bruno Straub Geduld eines der wichtigsten Stichworte: „Manchmal muss man etwas mehrfach sagen, manchmal braucht es eine intensivere Betreuung, aber alle möchten etwas dazulernen und haben Spaß an ihrer Arbeit. Und das ist ja auch das Wichtigste.“

Die Produktivität ist natürlich anders, bekennt Inselkammer: „Während ein Koch 80 bis 90 Semmelknödel in der Stunde rollt, schafft eine Besondere fünf bis sechs.“ Ohne das Zutun der Profi-Köche wären es sehr teure Knödel, aber das, was für Inselkammer zählt, ist das Ergebnis: „Der gleiche Knödel und das dadurch vermittelte Erfolgserlebnis.“ Um die Herausforderungen im beruflichen Alltag zu managen, greift die Kunst-Werk-Küche auf die Hilfe von eigens engagierten und vom Betrieb selbst bezahlten Sozialpädagogen zurück. Sie fungieren als eine Art Bindeglied. Um die gleichen Voraussetzungen wie in einem „normalen Gastrobetrieb“ zu ermöglichen, hat sich Inselkammer jedoch auch finanzielle Unterstützung vom Integrationsamt geholt. „Wir haben beispielsweise besondere Türen, farbliche Kühlhäuser, bunte Klingeln, viele Fenster und einen besonderen Boden“, erzählt sie. Diese dienen den besonderen Mitarbeitern zur besseren und leichteren Orientierung und Merkfähigkeit.

Mit ihrem neuesten Projekt geht Inselkammer noch einen Schritt weiter. Sie schickt künftig einen Lehrling und einen besonderen Mitarbeiter zusammen in die normale Berufsschule. Das erste Tandem wurde bereits geschnürt: „Wir hoffen, dass wir auch hier unsere Pionierarbeit erfolgreich voranbringen können.“

Positive Rückmeldungen

Behinderte und nichtbehinderte Menschen beim Arbeiten zusammenzubringen, hat laut Aussagen der Gastronomen für alle Beteiligten einen Mehrwert. Vor allem werde die Arbeit auch von den Kunden geschätzt. Barbara Brunner vom Stadtcafé Klagenfurt: „Wir haben viele Stammgäste, die zu uns kommen, weil sie das Projekt unterstützen wollen. Negative Reaktionen von Gästen gab´s eigentlich noch nie.“ Die gleiche Erfahrung hat auch das deutsche Better-Burger-Restaurant gemacht. Die Tatsache, dass im Lokal Menschen mit Behinderung arbeiten, werde als Bereicherung der Atmosphäre empfunden. Auch im Deli der Kunst-Werk-Küche in München sind die Reaktionen laut Inhaberin Katharina Inselkammer zu 95 % positiv und das, ohne die Kunden darüber zu informieren, dass es sich um einen inklusiven Betrieb handelt. Wer ein Catering bestellt oder Kochkurse bucht, der wird informiert. „Neue Aufträge sind der beste Beweis, dass es der richtige Weg ist“, so Inselkammer.

Auch Claudia Pauzenberger vom Seminarhotel Wesenufer kann nur Positives von Kundenseite berichtet. Ein Großteil der Aufträge im Seminarbereich komme sogar von Stammkunden: „Viele unserer Gäste geben uns die Rückmeldung, dass in unserem Haus eine besondere Atmosphäre erlebbar ist. Die Gäste schätzen unseren Umgang mit beeinträchtigten Menschen. Die Arbeit mit unseren betreuten Personen erfordert Geduld, Ruhe und Gelassenheit. Das bringt eine Entschleunigung mit sich. Unsere Gäste nehmen das wahr und kommen genau deswegen zu uns. So gesehen ist unsere Arbeit für alle eine Win-win-Situation.“ Dass es sich um einen inklusiven Betrieb handelt, wird nicht vorrangig beworben und ist Pauzenberger zufolge auch nicht vorrangig erlebbar: „Wir leben Inklusion in der Gastronomie, als wäre sie etwas Selbstverständliches. Erst wenn man genauer hinsieht, merkt man den kleinen, aber feinen Unterschied.“

Strafe oder Prämie?

Das Sozialministeriumservice hebt eine Ausgleichstaxe von den Betrieben ein, die keine behinderten Menschen einstellen. Alle anderen bekommen eine Prämie.

257 Euro Strafe pro Monat

Unternehmen mit 25 oder mehr Beschäftigten sind verpflichtet, auf jeweils 25 Beschäftigte einen begünstigten Behinderten bzw. eine begünstigte Behinderte einzustellen. Tun sie das nicht, müssen sie am Ende des Jahres eine Ausgleichstaxe von 257 Euro pro Monat für jede einzelne Person, die zu beschäftigen wäre, bezahlen. Bei noch größeren Betrieben steigt dieser Betrag.

Eine Prämie aus dem Ausgleichsfonds

Aus den Geldmitteln, die durch die Ausgleichstaxe eingenommen werden, können Betriebe gefördert werden, die behinderte Menschen einstellen. Für jeden Beschäftigten gibt es monatlich 257 Euro. Nähere Informationen, Anträge und Formulare gibt es direkt unter: www.sozialministeriumservice.at 


Förderung: Das zahlt das AMS

Betriebe, die Jugendliche mit Lernschwäche oder sozial-emotionaler Problemstellung als Lehrlinge einstellen, werden vom Arbeitsamt gefördert. Ein Überblick.

Wer kann die Förderung beantragen?

Unternehmen und Ausbildungseinrichtungen, die nach dem Berufsausbildungsgesetz Lehrlinge ausbilden dürfen.

Wie hoch ist die Förderung?

Betriebe erhalten pauschal einen monatlichen Zuschuss für ihre Ausbildungskosten – wie etwa Lehrlingsentschädigung, Personal- und Sachaufwand. Bei Unternehmen beträgt er max. 400 Euro pro Monat. Im Spezialfall „Erwachsene mit höherer Lehrlingsentschädigung“ kann er auch max. 900 Euro pro Monat betragen.

Wie lange wird gefördert?

Grundsätzlich max. drei Jahre – wobei die Beihilfe jeweils für ein Jahr bewilligt wird. Bei Lehrlingen mit verlängerter Lehrzeit oder Teilqualifikation kann die Förderung für die gesamte Lehrzeit bewilligt werden.

Wann und wo wird die Förderung beantragt?

Vor Beginn der Lehre oder Ausbildung entweder persönlich bei Ihrem AMS oder über Ihr eAMS-Konto.

Bitte beachten: Die Voraussetzungen für die Förderungen sind regional unterschiedlich.

„Positive Auswirkung aufs Team“

Thomas Steininger, MSc, Geschäftsführer der Generali Betriebsrestaurants-GmbH, ist Chef eines Mitarbeiters mit Down-Syndrom. Seit 2001 ist sein 41-Jähriger Mitarbeiter für 22 Wochenstunden als Küchenhilfe im Betriebsrestaurant der Generali Gruppe Österreich tätig. Dafür nimmt das Unternehmen einen Lohnkostenzuschuss seitens Sozialministeriumservice in Anspruch.

Wie kam es dazu, einen Mitarbeiter mit Down-Syndrom einzustellen?

Nach einem Praktikum, bei dem sich der Mitarbeiter sehr gut bewährt hat, wurde er fix eingestellt. Das Praktikum wurde durch die Arbeitsassistenz vermittelt. Während seines Praktikums wurde uns klar, dass er eine Bereicherung für unser Team ist und es genügend Aufgaben in unserem Unternehmen für ihn gibt.

Hatte der Mitarbeiter anfangs eine Begleitung im beruflichen Alltag?

Ja, ein Arbeitsassistent begleitete ihn im Zuge eines Intensivtrainings im ÖHTB.

Was sind die Herausforderungen?

Herausfordernd ist die Kommunikation in stressigen Zeiten, wenn es überall hektisch wird und die Mitarbeiter wenig Zeit haben.

Wie haben die anderen Mitarbeiter darauf reagiert? Wie klappt die Zusammenarbeit im Team?

Am Beginn waren die Mitarbeiter zurückhaltend, aber schon nach kurzer Zeit waren die Vorbehalte entkräftet. Mittlerweile ist er ein komplett integriertes Mitglied in unserem Küchenteam. Es gibt zudem eine Vertrauensperson unter Kollegen, die sich im Speziellen um seine Anliegen kümmert. Seine Mitarbeit hat sich sehr positiv auf die Teambildung ausgewirkt.

Welche Tätigkeiten führt dieser Mitarbeiter aus?

Seine Hauptaufgaben sind die Vorbereitung der Speisen, wie zum Beispiel das Waschen, Putzen und Schneiden von Gemüse, und die Unterstützung beim Abwasch des Schwarz- und Weißgeschirrs. Er arbeitet immer gemeinsam mit mindestens einem/einer seiner KollegInnen.

Arbeiten auch noch andere Mitarbeiter mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung in der Betriebsküche?

Ja, zwei weitere langjährige Mitarbeiter, deren körperliche Beeinträchtigungen im Laufe ihres Lebens entstanden sind, arbeiten bei uns im Unternehmen. Beide befinden sich mittlerweile in Altersteilzeit und sind wertvolle Mitglieder der jeweiligen Küchenteams. 

Zur Person

Nach diversen Saisonstellen als Chef de Partie im In- und Ausland und über zehn Jahren als Küchenchef bei Do&Co/International Eventcatering stieg Thomas Steininger 2010 als Geschäftsführer in die Generali Betriebsrestaurants GmbH ein. Seither leitet der ausgebildete Business- und F&B Manager ein Team von 40 Mitarbeitern an drei Standorten.