Hendelhimmel

Made in Austria ist beim Geflügel-Produzenten Wech nicht bloß schönes Schlagwort, sondern gelebte Unternehmensphilosophie. Von den Bruthennen über die Eier bis hin zum Masttier – für die gesamte Produktion sorgen regionale Bauern in fast Ganz Österreich.
toggle Sidebar Die guten Haltungsbedingungen sowie die Gabe von kontrolliertem Qualitätsfutter und reinem Trinkwasser machen einen großen Unterschied bei Frischfleisch aus.

Landwirtin Edeltraud Maier hat nicht nur ein gutes Händchen für Blumen, die auf ihrem alten Bauernhof in Bad St. Leonhard prächtig blühen. Sie hat auch eines für heimisches Federvieh. Dieses züchtet sie auf ihrem Bauernhof im malerischen Lavanttal. Hunderte Hühner scharren eifrig in ihrem Stall, immer auf der Suche nach einem Körnchen Mais. Mit ihrem Federvieh beliefert sie die Firma Wech im rund 30 Kilometer entfernten St. Andrä, und das bereits seit vier Jahrzehnten. Sie zählt damit zu einer der langjährigsten Lieferantinnen des österreichischen Geflügelproduzenten.

Aber nicht nur nach St. Leonhard kommt der Wech´sche LKW. Seine Tour führt ihn regelmäßig zu weiteren 200 Bauern in der Region rund um die Saualpe und die Koralpe. Viele davon sind Bergbauern auf rund 1.000 Meter Seehöhe. Sie erwirtschaften sich mit der Geflügelzucht ein sicheres Einkommen. Das gleiche System gibt es auch in Ober- und Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark. „Die Bauern sind unsere Partner und damit Garant für die hohe Fleisch- und Geschmacksqualität“, sagt Karl Feichtinger, Geschäftsführer Wech Geflügel GmbH, und ergänzt: „Wir geben eine Bauernhofgarantie. Unsere Kunden wissen, woher ihr Hendl kommt.“ Eine ausgefeilte Logistik ermöglicht es, die Herkunft jedes Wech-Hendls lückenlos nachzuverfolgen.

Hohe Produktsicherheit

Um eine gleichbleibende Qualität sicherzustellen sowie eine hohe Produktsicherheit zu gewährleisten, züchten die Partnerbetriebe nach strengen internen sowie externen Richtlinien, die durch nationale und internationale Zertifikate und Standards vorgegeben werden. Ein weiteres Qualitätsmerkmal der Firma Wech ist, dass nahezu alles in Eigenproduktion erfolgt und österreichischen Ursprungs ist. Das Prinzip des geschlossenen Kreislaufs, in der Fachsprache „integrierte Produktion“ genannt, verfolgt der Traditionsbetrieb seit seiner Gründung durch das Ehepaar Wech Mitte der 1950er-Jahre. Auch wenn sich die Unternehmenskapazität in den nachfolgenden Jahrzehnten um ein Vielfaches erhöht hat, kommen die Jungtiere damals wie heute ausschließlich aus heimischen Legebetrieben, die ebenso Partner von Wech sind. Feichtinger: „Viele Mastbetriebe beziehen ihre Küken von Brütereien, die ausländische Eier verwenden. Das birgt natürlich eine Unsicherheit bezüglich der Tiergesundheit in sich. Wir überblicken und kontrollieren die gesamte Produktionskette und können dadurch vorausschauend arbeiten und so die Gesundheit der Tiere besser fördern.“ Antibiotika werden nur in absoluten Notfällen eingesetzt. Das Risiko eingeschleppter Krankheiten liegt praktisch bei null.

Wech liefert seinen Vertragsbauern die Jungtiere und gibt ebenso die Futtermittel und die Produktionsplanung vor. Das verwendete Futter ist streng kontrolliert, gentechnikfrei und besteht ausschließlich aus Getreide, Maisschrot, Erbsen, Sonnenblumen und Sojabohnen aus heimischem Anbau. Die Haltungsbedingungen in den Mastbetrieben sind aufgrund der strengen österreichischen Gesetze besonders tierfreundlich: Wech Geflügel stammt entweder aus Bodenhaltung mit natürlichen Tages- und Nachtrhythmen, oder aus Bio-Aufzucht mit entsprechendem Auslauf. Zum Vergleich: In anderen EU-Ländern stehen bis zu 40 % mehr Hühner und fast doppelt so viele Truthähne auf gleicher Fläche, erzählt Feichtinger: „Die guten Haltungsbedingungen sowie die Gabe von kontrolliertem Qualitätsfutter und reinem Trinkwasser machen einen großen Unterschied bei Frischfleisch aus. Fühlen sich die Tiere wohl, geben sie ein wesentlich besseres Fleisch.“ 

Tierschonender Umgang

Den Tieren bleibt am Ende ihrer Tage auch großer Stress erspart, der speziell vor der Schlachtung entsteht. Sie werden in den Nachtstunden bei den Bauern abgeholt und zu den Kärntner Produktionsbetrieben in St. Andrä und Glanegg gebracht. Dort wird das Geflügel noch in den Transportgebinden mittels CO2 betäubt. „Die Betäubung im Transportgebinde ist einzigartig in ganz Europa. Sie ist nicht nur tierschonender, sondern sorgt auch für eine wesentlich bessere Fleischqualität. Bei der Elektrobetäubung ziehen sich die Blutgefäße im Tier zusammen, das führt mitunter zu Blutungen im Muskel und damit zu einer Beeinträchtigung des Fleisches. Bei der CO2-Betäubung bleibt das Tier entspannter, wodurch der Ausblutungsvorgang wesentlich besser abläuft“, erklärt Feichtinger. Die Zeitspanne von der Abholung der Tiere bis zum fixfertig verpackten Produkt wird äußerst kurz gehalten. Feichtinger: „Durch die kurzen Transportwege von den Geflügelbauern zu unseren Betrieben können wir die bestellte Ware innerhalb von 24 Stunden zum Kunden bringen.“ Frischer geht es kaum. Das Sortiment umfasst bratfertige Hühner und Truthähne, diverse Teilstücke, wie beispielsweise Filet in verschiedenen Varianten, Innenfilet, Keule und Flügerl sowie Innereien. Ebenso im Sortiment gibt es vorgeschnittene Fleischstücke und Spieße. Hendl wird auch in Bio-Qualität angeboten.

Erkennbar ist das Wech-Hendl an seiner gelblichen Haut- und Fleischfarbe, die das Ergebnis maisbetonter Fütterung ist. Das Futter sorge aber nicht nur für eine markante Färbung, sie bringe auch mehr Geschmack ins Fleisch, betont der Wech-Geschäftsführer. Beim Truthahn hingegen sorge eine getreidebasierte Fütterung für ein kompaktes und kerniges Fleisch. Im Vergleich dazu sei das Fleisch von Tieren aus Haltung mit hoher Besatzdichte oft wässrig und weich. Feichtinger weiter: „Der Bratverlust ist bei unserem Fleisch daher entsprechend geringer.“

Transparenz schaffen

Das Bewusstsein für hohe Fleischqualität sei in der Bevölkerung bereits vorhanden, meint der Wech-Geschäftsführer. Allerdings herrsche insbesondere in der Gastronomie noch vielerorts Intransparenz in Bezug auf die Produktherkunft. Viele Konsumenten würden heute jedoch gerne wissen wollen, woher ihr Fleisch kommt, ist Feichtinger überzeugt: „Die Auslobung der Produktherkunft ist in der Gastronomie meines Erachtens noch ausbaufähig. Regionalität inklusive genauer Herkunftsangabe ist ein gutes Verkaufsargument. Was in der gehobenen Küche bereits üblich ist, könnte auch die breite Masse besser für sich nutzen.“