Klick, Klick, Vielfalt

Seit September gibt es unter manfreddo.com einen neuen regionalen Marktplatz, auf dem fast 300 lokale Kleinproduzenten ihre Waren anbieten. Für die Gastronomie bedeutet das die Riesenchance, mit besonderen Produkten aus Österreich beim Gast zu punkten. Denn die Vielfalt ist riesig, die mühsame Bestellabwicklung mit Einzellieferanten entfällt dafür ganz.
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Wer sein Wagerl je durch die langen Gänge eines C&C-Großmarkts geschoben hat, kennt das Problem: Kaufen können Gastroprofis dort nur den immer gleichen Warenkorb etablierter Marken. Regionale Vielfalt? Heimische Kleinerzeuger? Spezielle österreichische Produkte, für die man Gäste mit interessanten Geschichten begeistern kann? Fehlanzeige.

manfreddo.com. Auf der seit vier Jahren stetig wachsenden Internet-Plattform präsentieren Kleinerzeuger fast 1.000 regionale Produkte. Tendenz steigend: „Wir sind die ersten, die Gastronomen online eine so große Auswahl an regionalen Spezialitäten bieten können, die im klassischen Großhandelssortiment keinen Platz finden“, ist Martin Wildfellner, Leiter von manfreddo.com, überzeugt. Entscheidender Vorteil des neuen Systems ist die innovative Abwicklung und Logistik. Denn Gastronomen müssen ihre Bestellungen nicht mehr bei einzelnen, kleinen Produzenten vor Ort aufgeben. Das eigens entwickelte Alpenfischgewürz der Manufaktur Spiceworld aus Salzburg, ein spezieller Cola-Kräutersirup von Pedacola aus Oberösterreich oder sechs Monate perfekt gereifter Mangalitza-Speck von der Moststub´n Binderberg wandern einfach gemeinsam in den digitalen manfreddo-Einkaufswagen. Die mit ein paar Klicks bestellten Artikel schicken die drei Produzenten zwar einzeln ab, es gibt aber nur eine Rechnung und einen Ansprechpartner. So können Gastronomen regelmäßig und stressfrei für mehr regionale Vielfalt in ihrem Angebot sorgen, ohne Buchhaltung und Warenmanagement unnötig aufzublähen.

Schnelle Lieferung

Als Schaltzentrale im Bestell- und Abrechnungsprozess sorgt manfreddo dafür, dass alle Produkte so schnell wie möglich, teilweise schon am nächsten Tag, im Lager stehen. „Wir arbeiten dabei mit der Post zusammen, die mit ihrem Next-Day-Fresh-Angebot und spezieller Kühllogistik garantiert, dass auch Spezialitäten wie das Bio-Hochlandrindfleisch vom Biohof Ranftl aus der Südoststeiermark in optimaler Qualität in der Küche ankommen“, erklärt Wildfellner, wie die Logistik funktioniert. Ein Produzent aus Oberösterreich habe sogar ein eigenes Kühlsystem mit einem neuartigen, mehrlagigen Karton entwickelt, in dem sechs Kühlelemente aus Papier, etwas Granulat und ein Vlies fürs ideale Klima sorgen. Und die Mehrkosten dieses beträchtlichen Aufwands für den Gastronomen? Null: „Versandkosten gibt es keine“, unterstreicht Wildfellner, „Gastronomen können sogar ihre bisherigen regionalen Erzeuger zu manfreddo.com einladen, dann wird für sie die Abwicklung künftig noch einfacher. Und auch die Lieferanten werden sehen, dass der regionale Marktplatz eine Win-Win-Situation für alle ist.“

Pluspunkt Regionalität

So sieht das auch Daniel Auinger. Der Bio-Landwirt zeigt mit seinem Mut zur Innovation, dass es ganz besondere heimische Produkte nicht nur im Bereich Lebensmittel und Getränke gibt. Mit seinen Bio-Strohhalmen ist er ein Paradebeispiel dafür, wie Gastronomen österreichische Produkte einsetzen können, um bei Gästen mit Regionalität Pluspunkte zu sammeln. Ausgangspunkt für Auingers Geschäftsidee war die Anekdote eines seiner Lehrer über eine Zeit, als es noch ganz normal war, Limonade mit echtem Stroh vom Feld aus der Flasche zu saugen. Richtig Fahrt aufgenommen haben die Verkaufszahlen seiner Trinkhalme aus Stroh, als bekannt wurde, dass die EU Plastikhalme ab 2021 definitiv verbietet. „Ökologisch betrachtet sind meine Bio-Strohhalme die einzig wirkliche Alternative zum Plastik“, meint er: „Es gibt sehr viel Konkurrenz am Markt, aber all diese Produkte müssen erst mit viel Energieaufwand hergestellt werden. Stroh wächst jedes Jahr nach, man muss es nur ernten und verarbeiten“, grinst er. Das ist freilich nicht so einfach. Auinger hat für Ernte, Sortierung und Schnitt der Halme sogar eigene Maschinen entwickeln lassen, die garantieren, dass ihr Durchmesser mindestens 4 bis 7 mm beträgt und sie so immer genug Flüssigkeit durchlassen. Natürlich ist sein Produkt deshalb teurer als Plastikhalme. Aber für Gastronomen hat es auch einen entscheidenden Mehrwert: „Wer einen Cocktail mit unseren Strohhalmen verkauft, serviert den Gästen ein Gesprächsthema und eine schöne Geschichte gleich mit dazu“, meint er. Deshalb können die Halme auch per Laserdrucker mit individuellen Logos und Aufschriften versehen werden. Denn immer mehr Gäste achten auf die ökologischen Auswirkungen ihres Handelns und wissen es zu schätzen, wenn Gastronomen ihnen rechtzeitig Alternativen anbieten.

Generell verkaufen sich regional erzeugte Produkte in Österreich immer besser. Das zeigt auch das Beispiel von Harald Keckeis. Der Vorarlberger hat seine Destillerie Keckeis in Rankweil längst von Obstbränden auf die Destillation von Gin, Whisky und Rum umgestellt. „Ein regional erzeugtes österreichisches Produkt hilft Gästen stark bei der Orientierung“, meint er: „Whiskyfans interessieren sich etwa immer für regionale Erzeugnisse, die eine andere Charakteristik mitbringen als die sehr weit verbreiteten schottischen Single Malts. Die kennen sie ja sowieso!“ Keckeis hat aus diesem Grund vor etwa zehn Jahren beschlossen, das Wagnis einzugehen, in die Whisky-Produktion zu investieren. Wegen der langen Reifezeiten bei Whisky und Rum musste er dafür mehrere Jahre brennen und lagern, ohne auch nur eine Flasche zu verkaufen. „Aber es hat sich gelohnt“, lacht er: „Heute verkaufen wir über manfreddo.com neben unserem 5- bis 7-jährigen Single Malt deshalb auch den Moonshiner, einen leichten, fruchtig-lebhaften und frisch duftenden Whisky, der nicht im Fass reift und sich deshalb auch bestens für die Whisky-Cocktails der gerade sehr angesagten Barszene eignet.“

Für die Bar-, Nachtclub- und Event-Gastronomie hat der Vorarlberger auch seine Mix-Boxen entwickelt. Das sind vorkonfektionierte Schachteln, in denen sich jeweils eine Dose Gin oder Wodka mit vier Dosen Tonic Water, Bitter Lemon oder Red Bull befinden. Durch eine spezielle Beschichtung sind sie wasserundurchlässig und lassen sich schnell mit Eiswürfeln füllen. Ideal für Barpersonal bei großem Andrang. „Wir merken, dass gerade junge Gastronomen nicht mehr auf die großen Messen gehen, um sich über solche Produktinnovationen zu informieren. Die meisten recherchieren nur noch online. Deswegen war es uns auch wichtig, dass wir auf manfreddo.com gelistet sind, wo Gastronomen regionale Produkte aus ganz Österreich recherchieren können, die am besten zu ihrem Angebot passen.“

Good Bye Industrieware

Finden wird man bei einer solchen manfreddo-Recherche vielleicht auch die Müslis von Florian Zagler. Er hat aus einer Müsli-Erfindung seines Vaters mit der Marke Zagler Müslibär eine gut gehende Geschäftsidee entwickelt. Zagler Senior war schon in den 80er Jahren einer der Biopioniere im Land und eröffnete damals den größten Bioladen Österreichs. Ebendort war sein selbst entwickeltes Müsli viele Jahre ein Verkaufsschlager. „Müslis gibt´s wie Sand am Meer, warum sollte man ausgerechnet ein weiteres auf den Markt bringen?“, nimmt der 35-jährige Bio-Unternehmer eine Frage vorweg, die er seit der Gründung der ersten österreichischen Biomüsli-Manufaktur vor fünf Jahren schon oft gehört hat: „Weil Müslis von Zagler Müslibär selbst nach Stunden noch knusprig bleiben“, meint er und ergänzt: „Das ist mit normaler Industrieware überhaupt nicht zu vergleichen!“

Grund dafür ist das spezielle Herstellungsverfahren in der Müslibär-Manufaktur in Braunau. Sechs Mitarbeiter veredeln dort nur beste Zutaten von Vertragslandwirten und importierte Ware wie Kokosraspeln und Rosinen aus zertifiziertem Bioanbau zu aktuell 18 Müsli-Sorten. Geheimnis der langanhaltenden Knusprigkeit: Die Zutaten bekommen genug Zeit zum Reifen. „In der Industrie werden die Müslis in riesigen Tunnelöfen sehr schnell und sehr heiß gebacken. Bei uns bekommen sie ganze 24 Stunden, um zu rasten und abzukühlen, bevor sie weiterverarbeitet werden. Kein anderer Hersteller macht heute noch sowas.“ Diesen Unterschied schmeckt man. Die Kronen Zeitung etwa hat Müslis wie Crunchy Love oder Fred & Wilma erst kürzlich zu den besten Biomüslis Österreichs gewählt. Auch als Bioprodukt des Jahres 2019 sind Zaglers Erzeugnisse nominiert.

Und warum interessierten sich Gastronomen für diese Top-Müslis? „Vor allem Vier- und Fünf-Stern-Häuser suchen nach besonderen Produkten, die dem Gast eine gewisse Wertigkeit vermitteln. Gäste sollen schon beim Frühstück merken, dass sie etwas bekommen, das es nicht in jedem Haus gibt. Dafür ist Zagler Müslibär ideal“, meint Zagler. Es geht also auch um einen Imagegewinn. Deswegen schickt Zaglers Mannschaft bei größeren Bestellungen auf Anfrage Aufsteller und Produktdispenser gleich mit. Denn wenn Gastronomen und Hoteliers Regionalität richtig vermarkten, lohnt es sich, viel öfter auf österreichische Produkte zu setzen. Mit dem regionalen Marktplatz auf manfreddo.com gibt es jetzt die Möglichkeit, Gäste so einfach mit ständig neuen regionalen Produkten zu überraschen wie noch nie.

Zagler Müslibär

In Florian Zaglers Manufaktur in Braunau ist Müslimachen noch Handarbeit. Die mit heimischem Honig gebackenen Grundprodukte dürfen bis zu 24 Stunden ruhen, bevor sie weiterverarbeitet werden. Die Folge: Kein anderes Müsli bleibt so lange knusprig wie Zagler Müslibär. Das schätzen derzeit vor allem Gäste in der Vier- und Fünf-Sterne-Hotellerie. Für deren Gastgeber ist Zaglers Müsli ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Keckeis Spirituosen

Warum sollte guter Whisky nur aus Schottland kommen dürfen? Harald Keckeis brennt deshalb eine rein österreichische Variante, die sogar die kritischsten Tester überzeugt. Der Vorarlberger Brenner sieht in der Herkunft eine wichtige Orientierungshilfe. Denn Regionalität ist vor allem bei großer Auswahl ein wichtiges Entscheidungskriterium für Gäste. Neu im Angebot hat er deshalb auch Mix-Boxen, die seine Gins und Wodkas in Dosen mit Red Bull und Tonic kombinieren.

Bio-Strohhalm

Geniale Idee! Nachdem die EU ab 2021 Plastikstrohhalme verbietet, hat der Landwirt Daniel Auinger mit seinen österreichischen Bio-Strohhalmen eine perfekte ökologische Alternative entwickelt. Nach der Ernte schneidet er die Halme auf drei verschiedene Längen. Eine speziell entwickelte Maschine sorgt dafür, dass sie alle einen Durchmesser haben, der bestes Trinkvergnügen garantiert. Sogar Logos kann man sich mit dem Laserdrucker einbrennen lassen.