Strudel Swing

Handgezogene Strudel Zaubern bedeutet viel Aufwand und braucht den perfekten Schwung. Meisterfrost ist als einziger Produzent diesem traditionellen Handwerk bis heute treu geblieben. In der Steiermark werden Äpfel und Zwetschken noch zu 100 % per Hand verarbeitet – und das schmeckt man.
toggle Sidebar Der Strudelteig muss so dünn ausgezogen sein, dass man durch ihn die Tageszeitung lesen kann.

Frische steirische Äpfel umhüllt von knusprigem Strudelteig – das muss kein Traum von längst vergangenen Kindheitstagen sein. „Mit unserem Apfelstrudel lässt sich die Vergangenheit geschmacklich in die Gegenwart holen“, lacht Heide Schützenhofer, Geschäftsführerin bei Meisterfrost, dem österreichischen Tiefkühlspezialisten für süße und pikante Hausmannskost nach Originalrezepten. Mit ihrem Produkt setzt das steirische Familienunternehmen auf ein kulinarisches Kulturerbe: den handgezogenen Strudel. „Die Kunst, den perfekten Strudel zu machen, ist heute weitgehend verloren gegangen. Wir sorgen dafür, dass sie nicht ausstirbt“, sagt Schützenhofer.

Ganz gegen den Trend zur schnellstmöglichen Produktion werden bei Meisterfrost Zeit und Aufwand nicht gescheut. Das Handgemachte ist Teil der Firmenphilosophie. Mit seiner Manufaktur, in der die Strudeln wie zu Großmutters Zeiten per Hand gezogen und händisch gefüllt werden, ist Meisterfrost somit ein Exot in der Nahrungsmittelbranche. Natürlich geht es auch anders, mit maschinell gepressten Teigen. Doch dann handelt es sich streng genommen auch nicht um einen echten Strudel. Und Kindheitserinnerungen weckt man damit gewiss nicht. „Je mehr Handarbeit desto authentischer der Geschmack“, ist die Meisterfrost-Geschäftsführerin überzeugt.

Manufaktur-Produkt

Die Herstellung der Strudel verlangt Geschick und Können. „Der Strudelteig muss so dünn ausgezogen sein, dass man durch ihn die Tageszeitung lesen kann“, unterstreicht Schützenhofer ihren Qualitätsanspruch. Für Ungeübte ein schwieriges Unterfangen, denn je dünner der Teig, desto leichter reißt er und unschöne Löcher bilden sich. Doch woran Ungeübte verzweifeln, hat Meisterfrost perfektioniert. Kneten, Ausziehen und Rollen – wie es sich beim Strudelteig gehört – ist für die erfahrenen Konditorinnen ein Kinderspiel: Bei ihnen wandert der Teig flink von Hand zu Hand, bis er die gewünschte Dicke hat. Dann wird er ganz behutsam und schön gleichmäßig bis an die Grenze der Reißfestigkeit über den mit einem Baumwolltuch belegten Tisch gezogen. Ohne Riss oder Loch. Beides würde bedeuten, noch einmal von ganz vorne anzufangen.

Circa 2.000 Stück Strudel werden im kleinsten Betrieb des Tiefkühlspezialisten in Rohrbach an der Lafnitz pro Tag per Hand über den Tisch gezogen. Der Teig wird nach einem alten Rezept mit einem speziellen Weizenmehl aus einer steirischen Mühle hergestellt. Schützenhofer: „Das gewährleistet eine gleichbleibende Qualität der Rohstoffe und die Wertschöpfung bleibt in der Region.“ Ist der Teig perfekt ausgezogen, schneiden die Mitarbeiterinnen die Ränder ab und schichten die hausgemachte Apfelfülle vorsichtig am vorderen Teigrand zu einem länglichen Haufen auf. Für die Fülle verwendet Meisterfrost nur vollreife Früchte. Schützenhofer: „Das richtige Zucker-Säure-Verhältnis im Apfel und die richtige Auswahl der Apfelsorten sind für den Geschmack des Apfelstrudels entscheidend. Nur im optimalen Reifestadium bilden die Äpfel nach dem Backen das volle Aroma aus.“ Jährlich verarbeitet der steirische Betrieb über 400 Tonnen steirische Äpfel. Verfeinert werden die Früchte mit Zucker, etwas Zimt, Butter und Rosinen. Ist die Fülle am Teig portioniert, erfolgt die zweite Hürde in der Strudelherstellung: das Einrollen. Mit Hilfe des Tuchs, das sich unter dem Teig befindet, formen die Mitarbeiterinnen eine perfekte, gleichmäßige Rolle – ohne Bruchstelle. Fertig ist die Spezialität.

Dünnteigstrudel

Der Anteil des Teiges ist bei handgezogenen Strudeln übrigens wesentlich geringer als bei maschinell erzeugten Strudeln. Dies hat für den finalen Genuss einen wesentlichen Vorteil: Weniger Teig bedeutet mehr Platz für die Fülle. Der Strudel ist dadurch viel saftiger und der Anteil an Kalorien und Fett um einiges geringer. „Unsere handgezogenen Strudel entsprechen den heutigen Anforderungen an eine ernährungsbewusste Küche“, betont Schützenhofer.

Der Meisterfrostsche Apfelstrudel ist über KRÖSWANG in den Portionsgrößen 1.000 und 1.600 Gramm erhältlich. Er wird schockgefrostet und roh ausgeliefert. Im auf 200 Grad Celsius vorgeheizten Backrohr ist er nach einer Backzeit von rund 35 Minuten fertig, im Kombidämpfer benötigt er bei ca. 210 Grad Celsius (Einstellung 20 Prozent Dampf) rund 22 Minuten. Praktischer und gleichzeitig authentischer geht´s kaum. „Der Gast erhält so einen backfrischen, handgezogenen Strudel direkt auf den Teller. Der Gastronom kann aber den riesigen Aufwand dafür an uns auslagern. Er muss nur noch aufbacken“, meint Schützenhofer. Mit wenigen geschickten Handgriffen und dekorativem Beiwerk, wie beispielsweise einer feinen Staubzucker-Garnierung, wird aus dem Strudel außerdem eine attraktive, ganz individuelle Mehlspeisekreation. Meisterfrost empfiehlt als Beilage übrigens Vanillesauce. „Ein Strudel von Meisterfrost ist eine ideale Mehlspeise, um als Gastronom das Hausmacher-Image zu betonen“, sagt Schützenhofer. Zusätzlich zum steirischen Apfelstrudel bietet KRÖSWANG ebenso einen saftigen Zwetschkenstrudel aus der Meisterfrost-Manufaktur an. Auch der ist 100 % Handarbeit mit hauseigener Zwetschken-Füllung. Bei der Herstellung der Produkte verwendet Meisterfrost so weit wie möglich regionale, österreichische Rohstoffe. Auf Zusatzstoffe, künstliche Aromen oder Geschmacksverstärker verzichtet das steirische Unternehmen so weit wie möglich, Salz und Zucker werden sehr sparsam verwendet.

Premium-Produkte

Die Verbindung von Tradition und Moderne in Kombination mit echtem Handwerk pflegt Meisterfrost übrigens nicht nur bei seinen Strudeln. Kaiserschmarrn wird handgeschöpft, in Pfannen schonend gebacken und handgerissen. Klassische Semmelknödel werden per Hand geformt. Die Herstellung beider Produkte erfolgt nach einer klassischen, alten Rezeptur. „Der Kunde soll ein Produkt erhalten, das einfach in der Zubereitung ist, aber dennoch den Anspruch erfüllt, wie hausgemacht auszusehen und auch so zu schmecken“, lautet das Credo von Meisterfrost. Am Beispiel von Knödeln und Kaiserschmarrn bedeutet das: Die Konsistenz ist locker und flaumig, die Optik wie hausgemacht und die Zubereitung schnell und einfach. Damit beweist der steirische Tiefkühlspezialist, dass Hausgemachtes und Convenience heute längst kein Widerspruch mehr sein müssen.